Masken | Infos, Pflege, Nähanleitung

Masken sind momentan Mangelware. Seniorenheime, Pflegedienste, Arztpraxen, Physiotherapeuten und Krankenhäuser machen auch weiterhin ihre Arbeit. Da kann kein Mindestabstand eingehalten werden. Aber es gibt derzeit nicht genug medizinische Schutzmasken. Deshalb gab es diverse Aufrufe von diesen Stellen, Stoffmasken zu nähen. Letzte Woche wurde ich dann gefragt, ob ich für einen Pflegedienst welche nähen kann.

 

Der Facebook-Post, in dem ich danach selbstgenähte Masken angeboten habe, kam irgendwie besser an als gedacht. Ich hab keine Möglichkeit, jedem all das zu erklären, was es zu den Masken eventuell zu erklären gibt, deshalb hier eine Zusammenfassung. Bitte lest sie!!! Ganz unten gibt's auch die Nähanleitung.

Fragen oder Anmerkungen zu den Masken? HIER findest du Möglichkeiten, mich zu erreichen.

 

WICHTIG: Die Masken werden nicht als Schutz vor irgendwas abgegeben – es sind einfach Masken aus Stoff. Ich kann keine Aussage dazu machen, was sie bringen und ob sie etwas nutzen. Wichtiger als eine Maske ist auf jeden Fall die Einhaltung der aktuellen Verordnungen und Empfehlungen, also zum Beispiel: regelmäßig gründlich die Hände waschen, nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, Abstand zu anderen Menschen halten, Kontakte reduzieren und vor allem: STAY AT HOME!! Eine Maske ist keine Entschuldigung, sich nicht an diese Regeln zu halten!!!

 

Hier gibt's eine ausufernde Erläuterung zur Masken-Schutzmasken-Abmahn-Debatte.

Anpassen & Anziehen

Ich empfehle dir, die Maske vor dem ersten Tragen noch einmal zu waschen oder auszukochen. Mehr Infos dazu gibt's unten bei der Pflegeanleitung.

Wenn du deine Maske bekommst, sieht sie etwa so aus. Oben ist ein Draht, an der Seite je ein Bändel. Hier ein Bild von der Außenseite.

Auf der Innenseite ist eine Tasche. Dort kannst du ein Material deiner Wahl einlegen, z.B. eine weitere Lage Stoff, ein Stück Mikrofasertuch, Küchenrolle, Kaffeefilter, Staubsaugerfilter ...... Ich kann keine Aussage dazu machen, was das bringt und ich habe auch nicht getestet, wie gut man dann noch Luft bekommt. Probier es aus, wenn du möchtest.


Es gibt zwei Möglichkeiten, die Maske zu tragen. Tragevariante 1: Bändel hinter die Ohren. Dazu machst du rechts und links ein Schleifchen, ziehst dir die Maske auf, drückst den Draht auf der Nase fest und passt die Länge der Bändel dann an. Die überstehende Länge kannst du abschneiden (du brauchst wahrscheinlich nur den halben Bändel, heb die andere Hälfte als Ersatz auf.) Den Knoten kannst du dann in den Stofftunnel ziehen, damit man ihn nicht sieht.

Tragevariante 2: Bändel am Hinterkopf. Du bindest das obere und das untere Band lose zusammen. Maske aufsetzen, Draht auf die Nase drücken. Bändel nacheinander über den Kopf ziehen. Jetzt kannst du die Länge der Bändel anpassen. Die Maske lässt sich auch hier wieder ab- und aufsetzen, ohne dass du sie aufknotest. Dazu musst du die Bändel nacheinander abnehmen (erst oben, dann unten). Durch den Tunnelzug verteilt sich die Länge.


Kurze Pflegeanleitung

Wenn du deine Maske bekommst, ist sie vorgewaschen und ausgekocht. Ich empfehle dir trotzdem, sie noch einmal zu waschen oder auszukochen, bevor du sie benutzt. Die Bänder fusseln am Anfang noch, das gibt sich. :)

 

Wenn du deine Maske in der Waschmaschine wäschst, nimm den Draht heraus (innen Mitte) und binde die Bänder zusammen, damit sich nichts verheddert. Um das Material zu schonen, würde ich die Maske bei max. 60 °C waschen. Zum Auskochen legst du sie in eine Schüssel und kippst kochendes Wasser drüber. Lass sie im Wasser, bis es abgekühlt ist.

 

Ich wasche meine Maske, falls ich sie am Tag getragen habe, abends von Hand, koche sie danach aus und lasse sie über Nacht trocknen. (Dazu streichst du sie glatt, also so, dass die Falten halbwegs ordentlich liegen, dann behält sie die Form besser. Wer mag, darf auch bügeln!) Am nächsten Tag ist sie dann wieder einsatzbereit.

Ausführliche Infos zu Aufbau & Material

Die Maske selbst besteht aus Baumwollstoff, der auf jeden Fall eine 60-Grad-Wäsche aushält und ausgekocht werden kann. Für eine Kochwäsche in der Waschmaschine lege ich die Hand nicht ins Feuer.

 

Die Maske ist doppellagig und innen geöffnet. Durch die Öffnung lässt sich eine weitere Lage Stoff oder ein Filtermaterial einlegen.

 

Oben auf der Nase sitzt ein rostfreier (Blumen-)Draht. Auch den kann man durch die Öffnung innen rausnehmen. Das würde ich definitiv empfehlen, wenn die Maske in die Waschmaschine soll. (Der Draht kann sowohl den Stoff als auch die Waschmaschine ruinieren!) Wird die Maske von Hand gewaschen, kann der Draht drinbleiben. Beim Auskochen wird der Draht ziemlich weich, da würde ich persönlich ihn auch lieber rausnehmen. Falls das Draht-Ende piekst, kannst du es mit Klebeband umwickeln oder es in einen Tropfen Heißkleber tauchen.

 

Die Bindebänder sind aus Jersey, also T-Shirt-Stoff. Sie halten am längsten, wenn sie nur bei 30 °C gewaschen werden. Im Test haben sie aber auch das Auskochen gut überstanden. Die Bänder leiern irgendwann aus. Da sie nur eingezogen sind, kann man sie leicht ersetzen: 1,5 cm breiten Stoffstreifen aus einem alten T-Shirt schneiden, an einem Ende eine Sicherheitsnadel befestigen, mit der Sicherheitsnadel voran durch den Stofftunnel der Maske schieben, fertig. (Unten in der Nähanleitung ist en Bild dazu.)

Die Bänder kann man nach Wunsch hinter den Ohren oder am Hinterkopf verknoten (siehe oben).

Die Bänder lassen sich auf die gleiche Weise auch durch Gummiband oder (kochfeste) Bänder aus Baumwollstoff ersetzen. Falls du gar nichts Passendes hast, helfe ich auch mit Ersatzbändern aus. Kontakt siehe oben.

 

Der Stoff wurde vor dem Nähen auf mindestens 60 °C gewaschen. Nach dem Nähen wurde die Maske noch einmal bei 30 °C gewaschen und ausgekocht. Danach habe ich sie aber wieder angefasst, weil ich sie ja auch irgendwie trocknen und verpacken muss. Ich arbeite so sauber und hygienisch wie es geht – aber mein Zuhause ist nicht steril. Deshalb die klare Empfehlung: KOCH DIE MASKE NOCHMAL AUS!!

 

 

Was Generelles

Die Masken sind kostenlos. Ich nähe sie aus Stoffen und gebrauchten Textilien, die ich für diesen Zweck gespendet bekomme, mit dem Garn und den Materialien, die ich in meinem Fundus habe. Es werden wie gesagt hunderte gebraucht, deshalb ist Zeit gerade ein wichtiger Faktor.

Aus diesen Gründen sind die Masken nicht perfekt. Das Garn passt eventuell nicht zum Stoff, der Stoff ist vielleicht schon etwas verwaschen, der Jersey fusselt und der Blumendraht hält nicht hundert Prozent. Es stehen noch Fäden über und die Sorgfalt lässt allgemein zu wünschen übrig. Mehr ist aber in der momentanen Situation unter Zeitdruck nicht möglich.

 

Ich spare mir die Feinheiten, die so richtig viel Zeit kosten. Also zum Beispiel das Abschneiden der überstehenden Fäden. Die kannst du einfach selbst abschneiden. Ich trenne gerade auch keine Nähte auf, nur weil die Garnfarbe die falsche war – jede Maske ist ein Unikat ;)


Nähanleitung

Wenn du dir selbst eine Maske nähen möchtest, sei kein Arsch und näh direkt für andere mit!!

Es gibt aktuell allein im Kreis Kreuznach hunderte (UPDATE: tausende) von Personen und Einrichtungen, die nach Masken schreien. Und wenn du den Dreh erstmal raus hast, dauert das Nähen auch gar nicht mehr sooo lange. Es geht schneller, wenn du dir z.B. Material für sechs Masken vorbereitest, an allen Teilen Schritt 1 machst, dann an allen Teilen Schritt 2 etc.

 

 

Als Vorlage habe ich die Anleitung der DIY Eule genommen. Hier geht's zum Video auf YouTube.

Meine Masken unterscheiden sich ein bisschen vom Modell im Video. Deshalb kommt hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung, aus Zeitgründen mit schlechten Handyfotos und schlechtem Layout. Bilder anklicken zum Vergrößern.

Du brauchst:

Baumwollstoff (I love Bettwäsche):

22 x 19 cm

2 Stück 12 x 19 cm

2 Stück 6 x 8 cm

 

Jersey (z.B. altes T-Shirt): 2 Stück ca. 1,5 x 40 cm

 

Draht (am besten rostfrei): 39 cm

 

Die Maske wird komplett im Gradstich genäht, ich nehm die Standard-Stichlänge meiner Maschine, 2,4 mm.

Die beiden 12 x 19 cm großen Stücke werden an einer der langen Seiten ca. 1 cm umgenäht, das ist die Innenseite der Maske.

Dann werden diese beiden Teile rechts auf rechts auf das 22 x 19 cm große Stück gelegt und beide langen Seiten zusammengenäht.

Wenden und bügeln. Als nächstes wird an einer der langen Seiten 1 cm vom Rand eine Naht gesetzt, das ist der Tunnel für den Draht.


Dann wird das ganze zig-zag-mäßig gefaltet, ich mache drei Falten, sodass die Seite noch ca. 5 cm lang ist, und lege es so, dass die Falten von oben nach unten fallen (wie beschreibt man das??)
Feststecken und an den kurzen Seiten knappkantig abstepppen, um die Falten zu fixieren. (geil, wenn man fotografiert, wird es NIE gerade ...)

Jetzt auf der Rückseite an den kurzen Seiten die kleinen Stücke mit der 8 cm langen Seite mittig anlegen (rechte Stoffseite zur Maske) und mit ca. 0,75 cm Nahtzugabe annähen. Dann das kleine Stoffstück nach außen bügeln.

Die überstehenden Längen der 8 cm zur Vorderseite der Maske umklappen und knappkantig absteppen. Achtung, ich hab falsch herum genäht, der helle Unterfaden ist außen ;)


Das kleine Stoffstück zweimal nach innen falten und knappkantig auf den Falten der Maske festnähen; so entsteht der Tunnel für die Jersybänder.

Mit einer Sicherheitsnadel ziehst du durch die Tunnel die Jerseybänder ein.

Das Drahtstück biegst du so, dass es doppelt liegt. Die spitzen Enden am besten auch umbiegen. Dann biegst du das nun knapp 20 cm lange doppelte Drahtstück in der Mitte und schiebst es in die Öffnung oben auf der Innenseite der Maske .


Von außen und innen sollte die Maske dann etwa so aussehen: