Die Kunst, ein Notizbuch zu führen | Teil 2

Denken erzeugt Stress

 

DER Vorteil vom Notizbuch führen ist schlicht und ergreifend, dass ich Krempel aus meinem Gehirn sicher auslagern kann und den Kopf frei habe für die Dinge, die jetzt gerade in diesem Moment wichtig sind. Siehe Teil 1: Wenn ich mir zwanzig, fünfzig, zweihundert Mal am Tag ins Gedächtnis rufen muss, was ich noch alles zu erledigen habe, verschwende ich Gedankenenergie; Auftrag A abschließen, für Auftrag B recherchieren, bei C anrufen, dazwischen Mails beantworten, nachher noch einkaufen und den Koriander nicht vergessen.

Du willst konzentriert an irgendetwas arbeiten und dann kommt dir ganz ungebeten der Gedanke „Ach verdammt, ich muss ja auch noch ...“ – und du denkst den Gedanken weiter. Das Gehirn interessiert sich nicht dafür, ob das jetzt gerade relevant ist oder einfach stört; es tut, was es soll: Es denkt. Ja, und dann denkst du dir ständig „Ich muss noch dies und ich muss noch das“. Stress. Ständig dran zu denken, was man noch alles machen muss (damit man es ja nicht vergisst), erzeugt Stress.

 

Raus aus dem Kopf!

 

Der Ausweg aus dieser Mühle ist lächerlich einfach: Schreib den ganzen Mist in ein Notizbuch. Es geht dabei gar nicht darum, die einzelnen Punkte zu strukturieren, zu klassifizieren und zu priorisieren (schon diese Wörter!!); nein, es geht einfach darum, die Dinge aus dem Gehirn auszulagern und an anderer Stelle sicher aufzubewahren. Du hast sie aufgeschrieben und musst keine Angst mehr haben, sie zu vergessen. Das befreit. Das setzt Energie für andere Dinge frei.

 

Lieblings-Layout: links unstrukturierte To-do-Liste, daneben geplante Wochentage, rechts Notizen
Lieblings-Layout: links unstrukturierte To-do-Liste, daneben geplante Wochentage, rechts Notizen

Notizbuch gestalten nach Bedürfnissen

 

Ob und wie du die einzelnen Gedanken dann weiter sortierst, ist keine Frage von richtig oder falsch, sondern vom persönlichen Geschmack und den eigenen Bedürfnissen. Und beides darf und wird variieren. Bei mir selbst kommt es stark darauf an, wie viel ich zu tun habe und wie unübersichtlich mir die Situation gerade vorkommt. In manchen Wochen kritzel ich einfach nur wild irgendwelche Punkte auf eine Doppelseite im Notizbuch und streich sie einfach durch, wenn sie erledigt sind. In anderen Wochen erstelle ich eine pedantische To-do-Liste mit Prioritäten und Deadlines. Oder ich zeichne Kalenderseiten. Wenn ich Bock hab, verziere ich sie mit Buntstiften und Aquarellfarben. Wenn’s richtig rund geht, strukturiere ich einzelne Tage im 30-Minuten-Takt. Mir ist wichtig, dass die Methode jetzt gerade passt, und dass ich das Notizbuch führen nicht als zusätzliche Belastung empfinde, mit der ich mich täglich rumplagen muss. Es soll mir das Leben erleichtern und es nicht komplizierter machen.

 

Freiraum auf Papier

 

Mein Notizbuch hat einfache karierte Seiten und lässt mir damit Freiraum für all das, was mir gerade wichtig ist. Ein Kalender tut das nicht, denn er ist fest an das Gerüst aus Tagen, Wochen und Monaten gekoppelt. In meinem Notizbuch kann ich eine Doppelseite für die Organisation der aktuellen Woche verwenden. Für ein Klientengespräch schlage ich die nächste Seite auf und notiere dort, was wir besprochen haben. Ich blättere eine Seite weiter und notiere ein Kuchenrezept, für das ich die Zutaten einkaufen möchte (ein leckeres Beispiel gibt's in Teil 3!). Und Raum für Ideen, Visionen, Kritzeleien und Skizzen bleibt auch noch.

 

Das kann ein Kalender nicht leisten und das kann auch kein digitales Produkt leisten. Mein digitaler, auf allen Geräten synchronisierter Kalender ist der Ort, an dem ich Termine eintrage. So sehe ich immer, wann ich fest verplant bin und definitiv keine Zeit habe. Alle anderen To-dos und Projekte werden um diese Termine drumrum gebaut. Für mich klappt das mit Papier und Stift besser als auf Computer oder Handy, einfach, weil es flexibler und kreativer ist; wenn eine Liste passt, schreibst du eine Liste. Wenn du einen Wochenplan à la Stundenplan aus der Schule brauchst, zeichnest du dir einen, und wenn du Chaos im Kopf hast, bringst du halt irgendwas Min-Map-mäßiges zu Papier. Machst ne Zeichnung dazu. Klebst irgendwas ein. Unterstreichst mit verschiedenen Farben. Dein Kopf – dein Notizbuch – dein Ding. Kein Programm und keine App kann das so gut wie du selbst. 

 

Und jetzt kommt der fette Bonus: Wenn du eine Aufgabe oder ein Thema abgehandelt hast, kannst du weiterblättern, durchstreichen, abhaken. Es klingt so ekelhaft einfach, aber ich bin fest davon überzeugt, dass dieser kleine Akt dem Kopf dabei hilft, tatsächlich mit etwas abzuschließen. Ein Schritt auf dem Weg zu innerem Frieden.

 

Flyer-Entwurf: So geil geht das nur auf Papier! Und wenn alles erledigt ist: Haken dran!
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