Die Kunst, ein Notizbuch zu führen | Teil 1

Das Schweizer Taschenmesser aus Papier

 

Dem Notizbuch haftet eine besondere Aura an. Schwarze, in Leder gebundene Bücher wecken Vorstellungen von versoffenen Schriftstellern, die am Tresen bei schummrigem Licht Weltliteratur entwerfen. Aber lass uns auf dem Teppich bleiben, es geht hier nicht um große Kunst, sondern um das Schweizer Taschenmesser unter den Tools für ein besseres, freieres Leben.

 

Wie oft am Tag sagst du zu anderen oder dir selbst, dass du so viel Stress hast, dass du keine Zeit hast, dass so viel zu tun ist und dass du noch zig Sachen erledigen musst? Wahrscheinlich zu oft. Die Energie, die du da hineinsteckst, und die Zeit, die du damit verplemperst, kannst du sinnvoller nutzen. Ich stelle dir in dieser Artikelserie DAS Tool vor, das die Ich-muss-noch-Schleife im Kopf beendet, dich effizienter arbeiten lässt und dein Leben glücklicher macht: das Notizbuch.

 

Schweizer Taschenmesser aus Papier
Schweizer Taschenmesser aus Papier

Wie ich zum Notizbuch kam

 

Ich glaube, mein Großvater ist daran Schuld, dass ich ohne Notizbuch nicht leben kann. Er war einer dieser Menschen, die gerne mit Papier und Stiften hantieren und Sachen ordentlich aufschreiben. Damals, zu meiner Schulzeit, hat er mir jedes Jahr zum Beginn des Schuljahres einen Schülerkalender geschenkt, den ich zwölf Monate lang hegte und pflegte. Ich habe Termine und Noten vermerkt, rumgekritzelt und die Hausaufgaben notiert, die ich dann doch nicht gemacht habe. Als er irgendwann gebrechlicher wurde, habe ich mir die Kalender selbst gekauft und die Tradition während meiner Ausbildungs-, Studien- und ersten Berufsjahre weitergeführt.

 

In dieser Phase hat der gute alte Kalender nicht mehr funktioniert. Alles, was in Stundenplan-Form passte, ging noch; der Rest war Chaos. Das vorgegebene System hat nicht mehr gepasst. Irgendwann bin ich auf einen digitalen Kalender umgestiegen, um Termine und Geburtstage festzuhalten und habe versucht, den Rest mit anderen Systemen zu organisieren. Unbefriedigend.

 

Hat der Tag zu wenige Stunden?

 

Mit der Selbstständigkeit kamen dann das Privileg und die Pflicht, meine gesamte Zeit frei und sinnvoll zu strukturieren. Da sagt dir plötzlich keiner mehr, was du heute zu tun hast. Der sichere Rahmen, den eine Arbeitszeit von acht bis siebzehn Uhr mit sich bringt, fehlt. Mit einem Sammelsurium aus analogen und digitalen Notizen und meinem digitalen Kalender behielt ich den Überblick über Aufträge, Projekte und Privates. Irgendwann bekam ich das ungute Gefühl, dass mein Tag nicht genug Stunden hat. Du musst noch dies und du musst noch jenes. Aber nee, das hätte im Notfall auch Zeit bis morgen. Aber wenn du’s nachher doch machst, hast du morgen mehr Zeit für das Nächste. Wobei das da ja doch irgendwie wichtig wäre.... Kennste? Kostet unendlich viel Energie.

 

Zen to Done und Bullet Journal

 

Habe dann Google befragt und bin beim E-Book Zen To Done von Leo Barbauta gelandet. Das Buch stellt „das ultimativ einfache Produktivitätssystem“ vor; in relativ simplen Schritten erklärt der Autor, wie man den Überblick behalten und Dinge tatsächlich gebacken kriegen kann. Zentraler Bestandteil: das Notizbuch, in dem alle To-dos und Ideen gesammelt werden. 

 

Ich bin ein Chaot vor dem Herrn und selbst das ultimativ einfache Produktivitätssystem war für mich noch zu kompliziert. Und es waren auch einfach zu viele To-dos. Aber der Grundstein war gelegt. Wahrscheinlich habe ich dann mal wieder Google um Rat gebeten, wie ich meine Zeit besser in den Griff kriegen kann und bin auf das Konzept des Bullet Journal von Ryder Carroll gestoßen. Im Kern ist es ein wirklich, wirklich einfaches System, das auch nur einen Stift und ein Notizbuch benötigt. Viele Artikel im Netz erklären, was man alles daraus machen und wie man ein Bullet Journal nach eigenem Gusto kunstvoll gestalten kann. Frag mal Google!

 

Zen to Done und Bullet Journaling waren die Elemente, die mein eigenes Notizbuch am stärksten beeinflusst haben. Also, wie sieht das in der Praxis aus – und was bringt das?

 

Nun, das sieht bei mir ziemlich chaotisch aus und bringt gleichzeitig jede Menge Ordnung.

 

Projektseite: Das Genie beherrscht das Chaos ;)
Projektseite: Das Genie beherrscht das Chaos ;)

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