92 Tage später: Heureka.

Heureka

Frühling liegt in der Luft. Und Feenstaub. Echt jetzt.

Mai 2021. Der Corona-Sommer (also der zweite Corona-Sommer) steht in den Startlöchern. So richtig warm ist es immer noch nicht. Gott sei Dank, denn so blieb die letzten drei Monate mehr Ruhe zum Nachdenken. Wer will schon den ganzen Tag am Bildschirm sitzen, wenn draußen sieben Sonnen am Himmel stehen?

 

In den letzten drei Monaten ist im Grunde gar nicht allzu viel passiert. Dachte ich. Bis letzte Woche. Ehrlich gesagt ist unfassbar viel passiert. Viel Input, der verarbeitet werden wollte. Viele zarte Ideen, die nach fruchtbarem Boden gesucht haben. Und dann, mitten in der Nacht (kreativer Schub um zwei Uhr achtundvierzig) viele Puzzlestücke, die plötzlich an ihren Platz fielen.

 

Das Leben ist ja manchmal seltsam. Da überlegt man krampfhaft, was, wie, wo, wann, warum – und kommt zu keinem Ergebnis. Es bewegt sich nichts und man kann die Puzzlestücke nicht zusammensetzen, weil man quasi ihre Form, Farbe und Größe gar nicht sieht.

 

Und auf einmal, bäm!, fügen sie sich alle zum Kuscheln aneinander. HEUREKA.

 

Und auf den Heureka-Moment (Jippie, ich weiß endlich, was ich werden will, wenn ich mal groß bin!) folgt natürlich gleich wieder die Gedankenmaschinerie, die nicht dran glauben will. Weil es kann ja nicht so einfach sein, dass plötzlich alles passt. Leben muss doch anstrengend sein. Und außerdem kann das doch alles eh nicht funktionieren.

 

Oder doch? Vielleicht ein bisschen? Ist ja ganz einfach: Ob etwas funktioniert oder nicht, findet man raus, wenn man's macht. Uff. machen, das klingt so real, so greifbar, so groß und überwältigend.

 

Im letzten Artikel stand ja sowas wie „auch mal im Kopf aufräumen“ und genau das ist passiert. Mir ist klar geworden, dass mir das reine Texten nicht mehr genug Freude macht. Ich brenne nicht mehr dafür. Es ist mir zu ... oberflächlich? ... geworden. Es fühlt sich zu wenig nach mir an. 

 

Texte für andere schreiben ist mit Sicherheit etwas, was ich richtig gut kann. Aber Arbeit ist halt nicht mehr als Arbeit (also Leistung für Geld), wenn man nur einen kleinen Teil seiner Fähigkeiten einbringen kann und so nach und nach das Herzblut versickert.

 

Will ich nicht mehr. Macht mich nicht glücklich. Ich will in das, was ich tue, mehr von mir einbringen. Denn sonst bleibt zu vieles auf der Strecke; die Woche hat ja nur 168 Stunden. Minus Schlaf, minus Arbeitszeit, minus saugen und Geschirr spülen bleibt dann einfach nicht mehr genug übrig, um halbherzig Leistung für Geld zu verkaufen UND all die anderen Fähigkeiten und Interessen auch noch auszuleben. Also müssen die Fähigkeiten, die Interessen und die Leistung für Geld irgendwie unter einen Hut gebracht werden.

 

Genau das hat mein Kopf neulich mitten in der Nacht angestellt und tut es seitdem immer weiter. Ich habe plötzlich INSPIRATION. So viel Inspiration, dass ich gar nicht weiß, wohin damit. Ich will alles auf einmal machen (machen, Alter!). Das muss der Frühling sein.


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Kommentare: 1
  • #1

    mona (Dienstag, 18 Mai 2021 21:51)

    heureka! wie cool! auf diesen moment der erkenntnis warte ich seit jahren, das muss ein tolles gefühl sein. viel spass bei der umsetzung. bin gespannt.